Deutsche Anleger haben seit Corona ihre Aktienskepsis abgelegt – Aktionärszahlen seit 2020 im Aufwind

Einer der großen Fehler der Deutschen bei der Geldanlage lag über viele Jahre in ihrer Aktienskepsis: Trotz hoher Begeisterung fürs Sparen an sich waren sie im Vergleich zu Anlegern zahlreicher anderer Nationen in dieser Assetklasse deutlich unterrepräsentiert. Wie wir bereits zu zahlreichen Gelegenheiten aufzeigen konnten, resultierte diese Zurückhaltung in langjährig entgangenen Renditechancen. Doch während der Corona-Pandemie hat sich die Anlegerstimmung in puncto Aktien scheinbar gewandelt: Seit 2020 sind die Aktionärszahlen in Deutschland merklich gestiegen. Das zeigen die Daten des Deutschen Aktieninstituts (DAI) für die Jahre 2020 und 2021.


ascent AG: Deutsche Sparer haben die Vorzüge von Aktieninvestments entdeckt

Bereits in seinen Zahlen für 2020 konnte das DAI ein deutlich gestiegenes Interesse an Aktieninvestments vermelden: Knapp 12,4 Millionen Anleger haben im ersten Corona-Jahr in Aktien investiert – das bedeutet rund 2,7 Millionen Aktionäre mehr als im Vorjahr. Gut jeder sechste Deutsche hatte also eine Anlage in Einzeltitel, Aktienfonds oder aktienbasierte ETFs im Depot. Ein ähnlich hohes Börsenengagement wurde in Deutschland zuletzt um die Jahrtausendwende registriert. Den Auslöser für das gestiegene Aktieninteresse machte das DAI in den besonderen Lebensumständen des Jahres aus: Die Lockdowns bedeuteten nicht nur weniger Möglichkeiten zum Geldausgeben und damit mehr freies Kapital für die Geldanalage, sondern auch mehr Zeit, um sich mit dem Thema Geldanlage und den Renditeaussichten von Aktien zu beschäftigen. Zudem erreichten die Kurse insbesondere im Frühjahr aufgrund des Coronaschocks teilweise Tiefststände. Viele Deutsche nutzten diese günstige Konstellation scheinbar, um an der Börse einzusteigen.

Nach diesem starken Anstieg wurde das hohe Aktienengagement in Folgejahr nahezu gehalten: Knapp 12,1 Millionen Deutsche sparten 2021 in Aktien, Aktienfonds oder aktienbasierte ETFs. Das ergibt eine Aktionärsquote von 17,1 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren – der dritthöchste Wert seit dem Beginn der Datenaufzeichnungen des DAI. Das fortgesetzte Vertrauen in Aktieninvestments schrieb das DAI den guten Erfahrungen zu, die Anleger dank der positiven Börsenentwicklung mit ihren Aktieninvestments machen konnten. Auch wir gehen davon aus, dass die deutschen Sparer anhand ihrer ersten Börsenerfahrungen die Vorzüge von Aktieninvestments zu schätzen gelernt haben.


Aktieneinstieg nicht wegen höherer Kurse aufschieben

Als einen möglichen Grund für die im Vergleich zu 2020 leicht gesunkenen Aktionärszahlen identifizierte das DAI übrigens das gegenüber dem Vorjahr gestiegene Kursniveau. So dürften einige Anleger die Gelegenheit genutzt haben, nach dem starken Börsenjahr 2020 auszusteigen, um die Gewinne abzuschöpfen. Darüber hinaus könnten die höheren Kurse so manchen Interessenten aus Sorge, den richtigen Moment für einen Einstieg verpasst zu haben, von einem Kauf abgehalten haben.

Diesbezüglich weist das Aktieninstitut jedoch darauf hin, dass Anleger nicht untätig bleiben sollten, weil sie auf den idealen Einstiegszeitpunkt zu niedrigen Kursen warten. In diesem Punkt gehen wir mit der Einschätzung des DAI konform. Denn wer aufgrund derartiger Erwägungen nicht investiert, lässt womöglich aussichtreiche Chancen ungenutzt verstreichen. Gerade bei Sparplänen auf Aktienfonds relativiert sich zudem der Einstiegskurs über die Laufzeit, da die Fondsanteile jeden Monat zu dem jeweilig gültigen Kursniveau gekauft werden.



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